Kangoo Van E-Tech Electric
Gerade im Nutzfahrzeugbereich sieht man auch bei Renault eine große Chance für die Zukunft der E-Mobilität. Französische Firmen waren hier schon von Anfang an dabei und haben eine lange Tradition. Bereits um 1900 fertigte man In Frankreich sogenannte „Droschken“ mit Elektro-Antrieb in Serie. Zugegeben, der Renault Kangoo ist nicht so alt, wurde aber schon vergleichsweise früh elektrifiziert und verkaufte sich seitdem immerhin 70.000 Mal. Mit dem neuen Kangoo Van E-Tech Electric präsentiert der französische Automobilhersteller nun die zweite Generation des ersten rein batteriebetriebenen Kompakttransporters in Großserie, auch der größere Master wurde nun umfangreich überarbeitet. Bei der Technik setzt man auch beim neuen E-Kangoo auf Bewährtes. Für den Antrieb sorgt ein Elektromotor mit 90 kW/122 PS. Er mobilisiert ein maximales Drehmoment von 245 Nm.,der 45-kWh-Akku besteht aus acht reparaturfreundlichen Modulen. Der Engergie-Verbrauch nach WLTP beträgt zwischen 17,1 und 18,6 kWh/100 km (VLow). Ist das Fahrzeug mit dem 22-kW-Ladegerät ausgestattet, verfügt die Antriebsbatterie zusätzlich über Flüssigkeitskühlung und elektrische Widerstände. Sie erwärmen den Akku automatisch auf das optimale Temperaturniveau, was eine möglichst große Reichweite sicherstellt und die Ladezeit reduziert. Renault gewährt auf den Stromspeicher eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Außerdem garantiert der französische Hersteller über diesen Zeitraum beziehungsweise die komplette Distanz eine Mindestkapazität von 70 Prozent des bei Erwerb des Fahrzeugs vorhandenen Werts.
Das 22-kW-Ladegerät erlaubt das beschleunigte Laden an öffentlichen Ladestationen. Als Option exklusiv für die Variante mit 22-kW-Bordlader bietet Renault ein Ladesystem für 80-kW-Gleichstrom an. Auf diese Weise lässt sich die Batterie des Kangoo Van E-Tech Electric an Schnellladesäulen, etwa auf der Autobahn oder auf Supermarktparkplätzen in 30 Minuten mit der Energie für 170 Kilometer Fahrstrecke versorgen.
Bei einer ersten Testfahrt im Umland von Paris erreichten wir einen Durchschnittsverbrauch laut Anzeige des Bordcomputers von knapp über 20 kWh je 100 Kilometer. Rund 220 Kilometer Strecke sollten also im Alltag machbar sein. Dabei haben wir die Möglichkeit zur dreistufigen Rekuperation kaum ausgenützt, in der City sollte damit die Reichweite noch höher liegen, zudem ist der Kangoo dann praktisch nur über das “Gaspedal” sowohl zu beschleunigen als auch abzubremsen. Das Fahrverhalten des E-Kangoo entspricht sonst dem mit Verbrenner motorisierten Gegenstückes. Benötigt man mehr Reichweite, lässt sich per Tastendruck in der Mittelkonsole ein Eco-Modus aktivieren. Dann reduziert sich die maximale Leistung des Motors auf 56 kW (75 PS), die Höchstgeschwindigkeit sinkt von 132 auf 110 km/h. Mit dieser Einstellung wird der Kangoo E-Tech Electric spürbar träger, die Leistung reicht aber zumindest mit weniger Zuladung meistens aus. Wird mehr Kraft benötigt, zum Beispiel bei einem Überholvorgang, lässt sich der Eco-Modus durch einen „Kick-Down“-Befehl am Fahrpedal deaktivieren.
Auch sonst gibt sich der E-Kangoo weitgehend unkompliziert, unser mit etwa 350 kg beladener Tester zeigte ein zwar straffes, aber nicht unangenehm hartes Federungsverhalten. Aufgefallen ist uns nur die langsame Reaktion des Navi-Systems. Fährt man falsch, benötigt es eine relativ lange Zeit um eine Korrektur anzubieten.
Bei den Versionen mit dem 22-kW-Bordladegerät – oder als Option bei den Versionen mit 11-kW-Ladegerät gibt es eine Klimatisierung mit Wärmepumpe, die die Heizenergie aus der Umgebungsluft bezieht und so eine höhere Reichweite auch in der kälteren Jahreszeit ermöglichen soll. Mit an Bord ist natürlich auch eine komplexe Konnektivität, mittels App kann auch die Ladungszeit, der Ladezustand und vieles mehr programmiert werden. Dazu ist die Programmierung des Ladevorgangs auf Zeiten mit günstigen Stromtarifen und die Vorklimatisierung des Innenraums möglich. Zusätzlich gibt es Informationen über die nächstgelegenen Ladestationen sowie deren Verfügbarkeit und bei der Routenwahl Infos über die verbleibende Restreichweite.
Es gibt zwei Ausstattungsvarianten, „Advance“ und „Extra“ wobei die Grundausstattung schon recht gut mit Berganfahrhilfe, Anhängerstabilisierung und ESP ausgestattet ist. Bei der „Extra“ Ausstattung kommt noch ein Radio, höhenverstellbarer Fahrersitz und elektrische Fensterheber dazu. Die Aufpreisliste ist relativ lang und erlaubt des Kangoo zu einem echten Luxusfahrzeug aufzurüsten. Das allerdings macht sich auch am Preis bemerkbar, der dann weit über dem Einstand von EUR 31.300.- (exkl. Mwst). liegt.
Der neue Kangoo Van E-Tech Electric kann in Österreich seit 1. Juni bestellt werden.
Master E-Tech Electric:
Neben dem Kangoo wurde auch der Master E-Tech Electric überarbeitet.
Die flache Batterie befindet sich wie bisher unter dem Kabinenboden, so dass der Laderaum uneingeschränkt zur Verfügung steht. Sie liefert Energie für einen 57 kW/76 PS starken Elektromotor.
Renault wird den aktualisierten Master E-Tech Electric in 15 Versionen anbieten mit einer Auswahl zwischen drei Längen und drei Höhen sowie zulässigen Gesamtgewichten von 3,1 und 3,5 Tonnen zum Marktstart. Später kommt eine Variante bis 3,8 Tonnen hinzu. Die vier Kastenwagen-Varianten bieten ein Ladevolumen von 8 bis 15 Kubikmetern. Als weitere Version ist das Plattformfahrgestell in den Varianten L2 und L3 verfügbar. Es eignet sich ideal als Basis für Pritschen-, Kipper- oder Kofferaufbauten mit einem Ladevolumen von bis zu 20 Kubikmetern.
Den Arbeitsalltag im Master E-Tech Electric erleichtern die per One-Touch-Funktion ausfahrbare Easy-Life-Arbeitsfläche, die als zusätzlicher Arbeitsplatz genutzt werden kann, sowie das ausziehbare Easy-Life-Schubfach mit 10,5 Liter Inhalt. Hinzu kommt die Tablet-Halterung, die induktive Smartphone-Ladefläche und das vom Kangoo her bekannte Infotainment-System R-LINK Evolution.
Das Spektrum an verfügbaren Fahrerassistenzsystemen umfasst die Einparkhilfen vorne und hinten, Rückfahrkamera, Seitenwindstabilisierung, Spurhaltewarner, Licht- und Regensensor und den Notbremsassistenten. Hinzu kommt der Rear View Assist, der das Verkehrsgeschehen in mittleren und größeren Entfernungen hinter dem Fahrzeug per Kamera beobachtet.
Der Marktstart des neuen Master E-Tech Electric erfolgt im Laufe des Sommers, die Preise beginnen bei 54.700.– EUR (exkl. Mwst.) für den Kastenwagen in L1
Leapmotor ist der neueste Zugang zum Stellantis Konzern. Am chinesische Newcomer ist Stellantis zu 51…
Seit Jahren fragen nicht nur wir uns, wann und ob Ford den V8 endgültig einmotten…
Mit dem Tayron bringt VW ein neues Modell, das zwischen Tiguan und Tuareg angesiedelt ist.…
Die Motorradfirma Puch ist zwar schon lange Geschichte, aber immer noch existent. Dank RBO, einer Firma…
Dacia hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Wandlung durchgemacht. Aus den Autos, denen man…
Seit der E Up 2023 eingestellt wurde, warten die VW Fans auf einen Nachfolger. Und…