Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die seit 1992 ununterbrochen expandierende Moto Cross Schmiede aus Mattighofen auf neues Terrain wagen würde. Über Quads führte der Weg schließlich zum Auto, gebaut ganz im Zeichen der orangen Macht. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger ein Rennwagen mit Straßenzulassung. Konsequenterweise wurde die Fahrgastzelle nicht als Rohrrahmen, sondern als Carbon-Monocoque ausgeführt, einer Technik die außer bei Formelfahrzeugen etwa beim Ferrari Enzo zur Anwendung kommt.

Nun ist es soweit, auf der privaten Rennstrecke von Ascari in Südspanien stehen sechs X-Bows für einige Journalisten zum ersten Test bereit. Schon beim Besteigen fällt auf, dass man es hier nicht mit einem herkömmlichen Auto zu tun hat. Das Lenkrad, in dem alle wichtigen Funktionen wie Blinker und Lichtbetätigung integriert sind, wird abgenommen und an der Lufthutze aufgehängt, dann ist der Weg in die schmale Sitzschale frei. Die Anpassung der Körpergröße erfolgt über einen Pedalschlitten, die Sitze sind ins Monocoque integriert. Features wie ABS, ESP oder diverse Servohilfen glänzen durch Abwesenheit, anstatt eines Airbags gibt’s einen festgezurrten Fünfpunktgurt dessen zentraler Verschluss auf den Wohlstandsbauch drückt. Dafür wartet aber die Kupplung nicht mit unangenehmen Eigenschaften auf, ganz sanft lässt sich die „Armbrust“ anfahren. Das ebenfalls von Audi stammende Getriebe erfreut mit erstaunlich kurzen Schaltwegen, die Lenkung ist hart, aber sehr direkt.

Bei KTM erwartet man sich von dem in einer eigene Produktionsstätte in Graz gebauten Auto vor allem Kundschaft aus dem Bereich der Rennszene, Einsätze etwa wie in der GT4 Light Klasse werden derzeit schon gefahren. Dabei beschränken sich die Änderungen gegenüber dem Serienfahrzeug auf ein Minimum, so muss etwa ein Seitenaufprallschutz montiert werden.
Daneben erwartet man natürlich auch sportbegeisterte Privatkunden, die das Besondere suchen und hier auch sicher finden werden. Die etwas über 58 Tausender die man für den KTM auf den Tisch blättern muss, klingen zwar im ersten Augenblick etwas happig, sind jedoch für ein rennfertiges Auto nicht zuviel. Sollte das Ziel, etwa 1500 bis 2000 Autos im Jahr zu produzieren und zu verkaufen erreicht werden, stehen sicher noch etliche Weiterentwicklungen an. Motorisch sind etwa 300 PS mittelfristig kein Problem, auch andere Antriebe könnten leicht ins Chassis integriert werden. In seinem Ursprung soll der X-Bow aber immer die Renngene in sich tragen und das ist gut so….

Preis: 58.608 Euro
Sicherheit: Carbon Monocoque mit Crashbox, Fünfpunktgurt
Verbrauch/Drittelmix*: 7,8 l.,
Beschleunigung 0-100 km/h*: 3,9 sec.,
Vmax: 220 km/h,
Motor: Audi TFSI, 4-Zylinder in Reihe, Abgasturbolader, 4Ventile/Zylinder, Zahnriemen,
Hubraum: 1.984 cm 3,
max. Leistung: 240 PS/177 kW bei 5.500 min-1,
max. Drehmoment: 310 Nm bei 2.000- 5500 min-1,
Treibstoff: 95 ROZ,
Kraftübertragung: Trockenkupplung, Sechsgang, Heck,
Radaufhängung: v: Einzelradaufhängung mit doppelten Dreiecksquerlenkern WP Federelemente direkt auf dem Monocoque in Pushrodeanordnung Stabilisator, , h: Einzelradaufhängung mit doppelten Dreiecksquerlenkern WP Federelemente , Stabilisatoren
Bremsen: v/h: Scheiben, 305 mm Brembo, innenbelüftet
Bereifung: v: 205/40 -17 16 , h: 235/40- 18
Gewicht: 790 kg,
Radstand: 2.430 mm,
L/B/H: 3.738/1.900/1.205 mm,
Tankinhalt: 40 l,
* Werksangaben