Leon1Der VW Konzern und damit auch der spanische Ableger Seat hat mittlerweile eine beachtliche Flotte an Hybrid- und reinen Elektro-Versionen auf dem Markt. Doch es gibt ihn noch, den guten alten Diesel, dem immer noch viele die Treue halten. Zuweilen hat er doch noch seine Vorteile
Trotz teilweise massiver Förderungen auf alternative Antriebe ist der Diesel oft noch immer die erste Wahl im Flottengeschäft, viele schätzen die lange Erfahrung und die hohe Reichweite. Auch das suchen nach Ladestationen, das zwar durch intelligente Systeme immer mehr unterstützt wird, entfällt, Diesel ist immer noch an jeder Ecke zu haben.


So gibt es auch noch den Seat Leon Kombi praktisch den spanischen Golf immer noch mit dem guten alten Selbstzünder. Seat nimmt hier die MQB-Plattform des VW-Konzerns mit allem was dazugehört und verarbeitet sie zur etwas jugendlicheren Variante des Wolfsburger Bestsellers. Das Schema ist bekannt, aber die Hierarchien im VW-Konzern sind flacher geworden: Der Leon spielt alle technischen Stückerl, die der Golf 8 auch spielt, ist in der Größe ebenbürtig, und trotzdem ein wenig günstiger.
Dabei wird natürlich streng darauf geachtet, dass sich Golf und Leon zumindest optisch unterscheiden. Der Leon wirkt auch in der Kombi-Variante wie frisch aus dem Fitness-Studio. Scharfe Kanten, überall, eine muskulöse Schulterpartie sowie ein scharf konturiertes Heck geben dem Spanier die gewünschte eigenständige Note. Schmalen Voll-LED-Frontlichter und ein durchgehendes Leuchtband am Heck sorgen jederzeit für Interesse der Auto-Interessierten Zeitgenossen.


Mit fast 4,70 Metern Länge reicht die Kombivariante schon an die Mittelklasse heran. Diese Großzügigkeit kommt vor allem dem Innenraum zugute, der Leon ist vorne angenehm hell und freundlich und bietet vor allem den Fondpassagieren mehr Platz als bisher. Damit liegt er im oberen Drittel des Angebotes, hier kann etwa der sehr viel von Firmen und Behörden eingesetzte Skoda Ocatvia aus dem selben Konzern als einer der wenigen mithalten. Der bequeme Fond ist ein wichtiger Punkt für die Familien- und Reiseplanung, aber auch etwa beim Flottengeschäft, so gibt es auf der Langstrecke keine Klagen von der hinteren Reihe.
Voll familien- aber auch firmentauglich etwa für Vertreter ist auch der Kofferraum: 620 Liter bei aufgestellten Fondlehnen und bis zu 1.600 bei umgelegten sind Werte, mit denen selbst eine vierköpfige Familie gut arbeiten kann. Die praktische Fondentriegelung für die Sitzlehnen erfordert nur einen Zug, die erweiterte Ladefläche ist nahezu eben, auch eine Skidurchreiche ist vorhanden.
In dieser Form und Größe ist der Leon Kombi erstmals ein direkter Konkurrent für einen traditionellen Konzern-Bestseller, den Octavia.
Innen dominiert nun ein Touch Screen die Bedienung, die Knöpfe sind verschwunden. Das hat nicht nur Vorteile, denn der eine oder andere Vorgang erfordert jetzt mehr Bedienschritte und damit Gewöhnung und Zeit, weil er in den Multimedia-Untermenüs statt auf einer übersichtlichen Knopfleiste angesiedelt ist. Und bei den Bedienelementen für Temperatur und Radiolautstärke ist ein echter Lapsus passiert, sie sind in der Nacht unbeleuchtet und damit nicht sichtbar.
Insgesamt findet hier trotzdem automobile Digitalisierung auf Top-Niveau statt – endlich gehen Tempo, Anmutung und Funktionen auch im Auto in Richtung Smartphone. In den hochauflösenden, ebenfalls digitalen-Armaturen können zahlreiche Themenbereiche direkt in das Sichtfeld des Fahrers gerückt werden und der erstaunlich große 10 zöllige im Zentrum zeigt mehrere Ebenen in einer Ansicht. Alles wirkt eher verspielt und lässig. Das zeigt, dass der Leon eher auf eine jüngere Generation zielt als etwa der Golf, der es jedem recht machen will. Dazu passt auch die sehr ansprechende Grafik. Nur am Lenkrad bleibt man bei herkömmlichen Knöpfen, sie funktionieren hier besser und lenken nicht vom Fahren ab. Die von uns getestete Diesel-Einsteigervariante, der 2,0 TDI mit 115 PS und Schaltgetriebe erweist sich der kleinere der beiden Diesel mit 115 PS (es gibt auch einen 2,0 TDI mit 150 PS) als völlig ausreichend für den Alltag. Der Motor hat stolze 300 Newtonmeter Drehmoment, die zudem schon bei 1.600 Touren anliegen, das ergibt einen kräftigen, aber auch harmonischen Antritt. Das Schaltgetriebe ist angenehm und gut gestuft. Der Motor brummt sanft vor sich hin, laut hört man den TDI im Innenraum nie. Mehr PS wünscht man sich höchstens mit voller Beladung, bei sportlich angehauchten Einlagen oder beim eiligen Überholen. Im normalen Alltagsbetrieb ist der kleine Diesel aber vollkommen ausreichend, auch auf längeren Autobahnetappen. Das gilt selbst für die deutsche Autobahn, wo ein Reisetempo von 170, 180 km/h ohne Anstrengungen möglich ist – und der Verbrauch trotzdem nicht über 6,5 Liter steigt! Auf Autobahnen mit Tempolimit braucht man zwischen 5,0 und 5,5 Liter, wir haben es zuweilen auch mit den angegebenen 4,2-4,5 Litern geschafft. Die Reichweite mit dem 45 Liter fassenden Tank beträgt dann 1.000 Kilometer!
Die (mit sogenannten Unternehmer Paketen aufgewertete) Basisausstattung Reference ist das, was sie sein soll: zweckmäßig ohne avantgardistische Features- gedacht für den zuweilen harten Alltagsbetrieb. Letztlich schaut das Auto ordentlich aus und hat die notwendigen Features für einen angenehmes Leben an Bord.
Fazit:
Der Leon verpackt Golf-Technik mit Jugendlichem Design aus Barcelona, wie man das von den Spaniern erwartet. In der mit fast 4,70 Metern Länge voll familientauglichen Kombivariante gibt er sich jetzt aber pragmatisch wie nie – damit bekommt auch der Konzern-Bestseller Octavia einen neuen Konkurrenten, auch im Flottenbetrieb. Das Design ist mutig, aber nicht übermütig. Das neue Cockpit ist etwas verspielt, aber für Fans der automobilen Digitalisierung auf Top-Niveau. Motorisch ist der Einstiegs-Diesel mit 115 PS im Alltagsbetrieb durchaus ausreichend. Und der Einstiegspreis mit 23.490 (für den Testwagen mit etwas Mehrausstattung: 26.670) geht auch in Ordnung.

Technische Daten

Preis

Preis Deutschland23.490,00 Euro
Preis Österreich26.670,00 Euro



KFZ Steuern


Die Steuern werden für ein Fahrzeug mit einem Diesel Motor, einem CO2 Ausstoß von 116g/km und einer Leistung von 85kW berechnet.



KFZ Steuern Österreich

Pkw mit Erstzulassungsdatum vor 1.1.2021
Für diese Fahrzeuge richtet sich die Höhe der motorbezogenen Versicherungssteuer nach dem CO2 Ausstoß und der Leistung (kw) des Verbrennungsmotors.

KFZ Steuer im Jahr 2022: 1.339,20 Euro

Steuerbelastung (bei Kauf im Jahr 2020):1.304,64 Euro
Jährliche Mehrkosten im Vergleich zu 2022:34,56 Euro


KFZ Steuern Deutschland

Motorbezogene Steuer (Diesel)190,00 €
CO2 Steueranteil (Diesel)255,20 €
KFZ Steuer445,20 €





Technik

Getriebe6 Gang manuell
Motor4 Zylinder Benzin
Beschleunigung 0-100km/h10.5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Leistung85 kW / 116 PS
Drehmoment300 Nm
Hubraum1.968 cm3
CO2116 g/km
Gewicht1.150 kg
Länge4.642 mm
Breite1.799 mm
Verbrauch4.4 Liter/100km
Tankinhalt45 Liter
Reichweite ohne Rekuperation1.023 km
TreibstoffDiesel
EuronormEuro 6
KommentarSeat Leon Kombi Reference 2.0 TDI




Energieeffizienz

Effizienzklasse: CEnergieeffizienz Klasse C

Der Wagen befindet sich in der Energieeffizienzklasse C. Das bedeutet, dass er im Vergleich zu einem Wagen mit 1150kg durchschnittlich zwischen -18,99% und -10% weniger CO2 ausstößt. Für die Berchnung ist nur das Gewicht des Wagens, nicht aber die Leistung (kW/PS) relevant. Dieser Wert sagt nichts über die Wirtschaftlichkeit des Wagens aus.