Anfang der achtziger Jahre sahen Mitarbeiter des französischen Triumph Importeurs in Meriden, dem Standort der legendären Motorradfirma, einen Prototypen einer hubraumstarken Enduro auf Basis der Bonneville T140 und waren schlichtweg begeistert.

TriumpSie ermunterten das Triumph Team zum Serienbau eines derartigen Motorrades als Konkurrenz zur BMW R 80 GS, die damals ebenfalls neu und unerwartet erfolgreich war. Brian Jones, der damalige technische Direktor hielt den Portotypen jedoch, auch im Hinblick auf die damals erhältliche Bereifung als für zu stark und forcierte als Basis den im Prinzip baugleichen Parallel-Zweizylinder Motor der 750cm³ TR7V. Das Triebwerk hatte im Gegensatz zur Boneville nur einen anstatt zwei 30 mm Amal-Vergaser, das Fahrwerk basierte auf dem Straßenmodell. Durch Senkung der Verdichtung und Anpassung der Übersetzung blieben 42 PS statt der 54 und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 160 km/h übrig, das Gewicht betrug 170 Kilogramm trocken. E- Starter gab es keinen, außer für einige Polizeimotorräder, die Trinidad orderte. Die Bikes gab es mit wenigen Ausnahmen nur in einem kräftigen Gelb, damals recht auffällig.

Vorgestellt wurde die Tiger Trail erstmals am Pariser Salon 1980, die Serienproduktion begann 1981. Angeblich wurde den Bikes bei einem Einsatz bei der Paris Dakar der letzte Schliff verpasst. Einen Erfolg konnte 1981 ein Sieg bei der Pyrenäen Rally verbuchen. Auf Drängen diverser Fachmagazine, die den Motor der damals noch recht neuen TR65 Thunderbird mit einem 650cm³ Twin für geeigneter hielten, wurde 1982 auch ein Modell mit diesem Hubraum und 35 PS angeboten. Der Preis war der gleiche wie beim größeren Modell, dafür gab es serienmäßig etwa einen Hauptständer.

Obwohl die Tiger Trail bei diversen Vergleichstests, etwa vom deutschen „Motorrad“ gegen die Konkurrenz von BMW GS und Moto Morini Camel, recht gut abschnitt, war der Verkaufserfolg eher gering. Nach nur etwa 180 produzierten Motorrädern stellte Triumph die Produktion Ende 1982 ein. Einer der Gründe mag wohl auch die Tatsache gewesen sein, dass aufgrund der damaligen Abgasvorschriften eine Typisierung auf dem wichtigen amerikanischen Markt nicht möglich war. Auch nach Österreich dürften über die Hoyer Brüder einige Exemplare gelangt sein, der Autor hatte jedenfalls einmal die Gelegenheit, eine zu fahren. Ein bis heute unvergessliches Erlebnis…..