SWMDie italienische Motorradmarke ist wiederauferstanden, mit der Technik der früheren Husqvarna Motorräder und einem chinesischen Investor.

Eigentlich glaubte niemand so richtig daran, als auf der EICMA in Mailand, einer der größten Motorradmessen Europas, plötzlich Motorräder mit dem Kürzel SWM auftauchten. Viel zu oft hatte sich eine derartige Wiederauferstehung als Flop herausgestellt. Doch diesmal sollten sich die Zweifler irren. Speedy Working Motors, wie SWM ausgeschrieben heißt, existiert wieder. Und es gibt auch einen Händler in Österreich.

Doch eines nach dem Anderen. SWM wurde 1971 von Piero Sironi und Fausto Vergani gegründet. Anfangs produzierte man recht erfolgreiche Wettbewerbsenduros mit Motoren von Sachs, später mit Rotax Triebwerken aus dem oberösterreichischen Gunskirchen. Anfang der Achtziger Jahre weitete man die Palette aus, es gab auch Straßenmodelle und sogar Chopper. Doch der Konkurrenzdruck vor allem von den vier großen japanischen Marken wurde immer größer und so wurden die Fabrikstore in Vimercate nahe Mailand 1984 geschlossen. Nun aber gibt es wieder Motorräder mit dem Kürzel SWM am Tank. Und daran ist unter anderem auch KTM nicht unschuldig. 2013 kauften die Oberösterreicher die altehrwürdige Marke Husqvarna von BMW und verlegten die Produktion vom Vareser See in Oberitalien nach Mattighofen. Die von den Bayern sanierte Fabrikanlage samt Ersatzteillager in Oberitalien war verwaist.

Doch nicht lange- der frühere Technik- Chef von Husqvarna, Ampelio Macci, kaufte mit Hilfe von Daxing Gong, dem Präsidenten des chinesischen Herstellers Shineray sowohl das Firmengebäude als auch alle Rechte an der Konstruktion der Motorräder, die KTM nicht benötigte. Diese Konstruktion ist auch die Basis der Motorräder, die seit dem vorigen Jahr produziert und nun ausgeliefert werden. Bisher sind sieben Modelle erhältlich, zwei Sport Enduros mit 300 und 500 cm³ sowie eine eher sportlich ausgelegte Reiseenduro mit 650 cm³. Dazu kommen zwei Supermotos, auf Basis der 500erter und der 650er. Interessant sind die beiden ebenfalls erhältlichen Retro- Bikes mit dem Namen Gran Milano und Silver Vase. Die Gran Milano ist im Stil der Cafe Racer der Siebziger aufgebaut, die Silver Vase der dazu passende Scrambler, beides Modelle, die sich derzeit großer Beliebtheit erfreuen. Während die Motoren der Enduros und Supermotos auf ehemaligen Husqvarna Modellen basieren, kommen die 440 cm³ großen Antriebe der Retro Bikes aus China und basieren auf Konstruktionen von Honda. Allerdings werden die Motoren in Italien komplettiert und die Bikes ebenfalls hier gebaut.

Erfreulich sind auch die Preise: die beiden Retro- Modelle kommen auf knapp 5.600 Euro, die 650er Enduro und Supermoto auf knapp 7.000, die beiden 500erter auf 6.600 bzw. 6.800 Euro und die kleine Enduro auf knapp 6.400 Euro. Den Import betreibt auch für Österreich die Firma Zupin in Bayern, die auch schon den Husqvarna Import innehatte, auch das Händlernetzt besteht weitgehend aus ehemaligen Husky Händlern, zu denen auch der derzeit einzige Österreichische SWM Händler Mayerhofer in Wiener Neustadt zählt.