Bereits in der vorigen Saison begeisterte Suzukis GSX-R 750 mit Fahrleistungen, die bisher supersportlichen Tausendern vorbehalten waren. Doch die Japaner hatten schon damals noch einen Pfeil im Köcher. Mit der GSX-R 1000 bringen sie den Rennsport auf die Straße.

„160 PS bei einem Trockengewicht von 170 kg, das kann nicht gut gehen, das ist im ganz normalen Straßenverkehr von einem ganz normalen Motorradfahrer nicht mehr beherrschbar“ So und ähnlich lauteten die ersten Reaktionen aus den Fachkreisen, als die ersten Daten über das stärkste Mitglied der Supersport-Modellreihe  von Suzuki bekannt wurden. Doch im Lastenheft der japanischen Entwickler dürfte nicht nur der Satz „Leistung um jeden Preis“ sondern auch noch die Ergänzung „beherrschbare Leistung“ gestanden haben. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Ingenieure haben ihre Hausaufgabe bestens gelöst. Von der Optik allerdings sind die Fans etwas enttäuscht, denn die große „Suzi“ sieht den kleinen Schwestern mit 600 und 750 ccm zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die Aufschrift am Heck weist auf den vollen Liter Hubraum hin. Unspektakulär, ja fast schon fad, die erste Kontaktaufnahme. Die für einen Supersportler dieses Zuschnitts recht angenehme Sitzposition, die Armaturen mit dem Digitaltacho und dem analogen Drehzahlmesser, alles eigentlich alte Bekannte. Das ändert sich schnell beim ersten Fahrversuch. Im Gegensatz zur 750er, die eher bissig zur Sache geht, schiebt der große Motor ungeheuer kraftvoll, aber genauso weich und exakt beherrschbar aus jedem Drehzahlbereich an. Dies ist ein Verdienst einer extrem aufwendigen Einspritzanlage und einer mittels Servomotor gesteuerten Klappe im Auspuffkrümmer, die nochmals für einen Drehmomentzuwachs verantwortlich ist.  Dieser Motor nimmt nichts übel, weder Dahinbummeln mit 50 km/H im letzten Gang, noch Drehzahlorgien auf der Rennstrecke. Dabei benimmt er sich immer mustergültig, unabhängig von der Außen- und Betriebstemperatur. Das Fahrwerk dazu ist ebenfalls erste Sahne. Waren noch einige Vorgänger der GSX-R Baureihen für ihre zwar leichten, aber dafür weichen Rahmen verschrieen, so ist dies schon lange Vergangenheit. Der Leichtbau bei der GSX-R beschränkt sich auf teure und exklusive Anbauteile, der Leichtmetall-Rahmen selbst wurde zwar von der 750er abgeleitet, aber an den neuralgischen Stellen verstärkt. Das Ergebnis fährt sich wie ein Motorrad der 600erter Klasse mit der Kraft einer 1200erter. Egal ab man eine Kurvenpassage korrekt nimmt oder einen Fehler auch in voller Schräglage korrigieren muß, die GSX-R nimmt nichts übel und vermittelt genauso wie das Triebwerk immer das Gefühl, genügend Reserven parat zu haben. Passend dazu arbeitet auch die Bremsanlage mit den wunderschön anzusehenden Sechskolbenzangen im Vorderrad. Stets weich und leicht beherrschbar, aber immer mit genügend Druck um auch Geschwindigkeiten weit jenseits von gut und böse blitzartig abzubauen. Ein Lob auch für die Reifen, die Bridgestone BT 100 und BT 11 (hinten) bieten nicht nur genügend Grip in allen Lebenslagen, auch das Handling ist trotz superbreitem Hinterreifen ausgezeichnet. Zu guter letzt noch ein Wort zum Finish. Es ist erstaunlich, mit welcher Perfektion heute Großserienmotorräder gebaut werden und welche Materialien zum Einsatz kommen. So sind der Auspuffkrümmer und die Innereien des Schalldämpfers aus Titan gefertigt, die mächtige Gabel golden beschichtet und die Achsen selbstverständlich hohl gebohrt. Nichts wirkt billig oder lieblos angeschraubt. So gesehen ist auch der Preis von 200 Tausendern durchaus gerechtfertigt. Die Konkurrenz wird sich mächtig anstrengen müssen, um das gleiche Geld Gleichwertiges auf die Räder zu stellen.  

 

Technische Daten Suzuki GSX-R 1000

Motor: Vierzylinder Viertakt, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile/Zylinder

BohrungxHub: 73 x 59 mm

Hubraum: 988 ccm

Leistung: max. 118 kW (160 PS) bei 10.800 U/min

max. Drehmoment: 110 Nm (11,2 kpm) bei 8.400 U/min

Getriebe: 6 Gang

Starter: Elektrisch


Fahrwerk
            


Rahmen: Aluminium Brückenrahmen Motor mittragend


Federung v/h: USD Gabel 43 mm Gleitrohrdurchmesser Aluschwinge mit Zentralfederbein und Hebelumlenkung

Federweg v/h: 120 / 130 mm

Bremsen v/h: Doppelscheibe / Einzelscheibe (320/ 220 mm)Scheibendurchmesser Sechskolbenzangen vorne, Zweikolbenzange hinten

Bereifung v/h: 120/70-17 / 190/50-17

Gewicht: 170 kg trocken, Ca 200 kg fahrfertig

Sitzhöhe:                830 mm

Tankinhalt:  
         18 Liter


Preis:  
             öS 199. 900


Vertrieb: 
   Suzuki Austria, Wasserfeldstraße 15, A-5020 Salzburg