PROFIL GEWONNEN - Der neue Ibiza zeigt Ecken und Kanten

Seat Ibiza 2008 SideKleinwagen haben immer wieder das Problem der Verwechselbarkeit, auch für den besten Designer ist es ein Problem, bei einer Karosse mit weit an die Ränder gedrückten Rädern und einer Heckklappe ein eigenständiges Aussehen zu erreichen.

Um so mehr ist es zu begrüßen, wenn eine derartige Quadratur des Kreises so gelungen ist wie beim neuen Seat Ibiza. Kein Wunder, hat doch Design Chef Luc Donckerwolke auch schon bei Lamborginis Hand angelegt und mit dem Gallardo ein wahres Meisterstück geschaffen. Arrow Design nennt Seat die neue Linie und hat die schon gezeigten Studien konsequent umgesetzt. Beim Ibiza macht sich die Handschrift von Donckerwolke nicht nur in einem fast schön böse wirkenden Gesicht mit schmalen und hoch gezogenen Scheinwerfern bemerkbar, sondern auch in den scharf profilierten Kanten der Seitenflächen. Hoch gezogenen Fensterflächen, hinten fast schon Coupehaft auslaufend und ein ebenfalls markantes aber nicht zu auffallendes Heck zeichnen den Spanier aus. Rundherum ein gelungener Wurf, der sich leider im Innenraum nicht fortsetzt. Trotz guter Verarbeitung schon auf den ersten Blick dominiert eine gewisse Kargheit, die nur von einem gut gestylten Lenkrad und einem ebensolchen Schalthebel angenehm unterbrochen wird. Dafür ist das Platzangebot sowohl vorne wie hinten ausgezeichnet, her sieht man, daß der neue Ibiza gegenüber dem Vormodell ganz schön in die Breite und Länge gewachsen ist. Angenehmes Gestühl mit genügend Seitenhalt und Schenkelauflage sind genauso selbstverständlich wie genügend Kopffreiheit auch für groß gewachsene Zeitgenossen und Kniefreiheit im Fond.

Seat Ibiza 2008 FrontHinten erfreut nach dem typischen Öffnen mittels des Firmenlogos ein relativ großer Kofferraum mit fast 300 Litern Fassungsvermögen, störend ist hier nur die recht hohe Ladekante. Diese, und das haben wir schon gelernt, resultiert meist aus dem Bemühen der Techniker, eine steife Karosse zu schneidern. Und da fehlt es beim Ibiza wahrlich nicht, er läßt sich gerne und sportlich bewegen. Passend dazu der 1,6 Liter Vierzylinder, der derzeit die Topmotorisierung darstellt. Er verlangt nach Drehzahlen und dem häufigen Griff nach dem Schalthebel. Wer Spaß daran hat, der wird sich über das exakte und knackige Getriebe genauso freuen wie wir. Wir nehmen auch an, daß das sieben Gang DSG demnächst lieferbar sein wird, es würde ebenso wie die Fünfgang Box gut zum Auto und dem Motor passen. Dazu kommt eine sehr präzise Lenkung die vor allem im Mittelbereich sehr gut reagiert und so manchem Konkurrenten um Lichtjahre überlegen ist. Das Fahrwerk selbst ist relativ straff abgestimmt und paßt zum sportlichen Eindruck, den der Wagen nun einmal vermitteln soll. Im Grenzbereich zeigt es durch Untersteuern den Grenzbereich an, allerdings „kommt“ dies derartig berechenbar und sanft, daß man mit etwas Erfahrung jederzeit Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Dazu kommen standfeste Bremsen, die auch eine härtere Gangart nie mit Fading quittieren. Uns gefällt dieses Paket, es macht schon Appetit auf kommende Cupra Versionen.

Seat Ibiza 2008 CockpitGefallen kann auch bei näherer Untersuchung die Verarbeitung, nichts knarrt oder klappert, die Schalter und Hebel befinden sich wie vom Konzern gewohnt alle dort, wo man sie sucht. Preislich bewegt sich der Ibiza durchaus in der Mitte des Segments, allerdings bietet er wegen seiner Größe den Mehrwert der meist wesentlich teureren Mittelklasse.

 

  

Top  Flop Autos klein

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Das Design außen
Das Fahrwerk
Das Platzangebot

Flop
Das Design innen
Die Ladekante
Wo ist der Cupra?