Renault 44602 global enDer breiten Öffentlichkeit wurde 2005 die erste Studie des Zoe vorgestellt. In Summe wurden drei Studien und 8 Jahre benötigt, bevor der heutige Zoe in Serie produziert wird. Herausgekommen ist ein agiles Fahrzeug für die Stadt.

Im Gegensatz zum Twizy hat man tatsächlich den Eindruck, dass man in einem richtigen Auto sitzt. In einem Elektroauto zu fahren macht eigentlich immer Spass. Vor allem das Fehlen des Motorenlärms fasziniert immer wieder. Innerhalb der Stadt bewegt man sich ohne Probleme mit der motorisierten Masse. Dass sich der Zoe kaum hörbar bewegt bemerkt man vor allem dann, wenn langsamer wie 30 km/h fährt. Ab dann ertönt ein Warnton, der die Fußgänger darauf aufmerksam macht, dass hinter ihnen etwas anrollt. Das erinnert irgendwie an die ersten Autos in England, welche innerorts maximal mit 2 Meilen pro Stunde (3,2 km/h) fahren durften und bei denen noch ein Flaggenmann mit einer roten Flagge vorangehen musste, um die Bevölkerung zu waren. Dass sich dieses Gesetzt (Red Flag Act) 31 Jahre halten konnte ist dem Einfluss der Eisenbahnlobby und den Pferdebesitzern zu verdanken. In mehrere Hinsicht fühlt man sich an dieses Gesetz erinnert, wenn man an den Einfluss der Erdölindustrie auf die Entwicklung alternativer Antriebe denkt.

Zurück zur Gegenwart. Im inneren des Zoe fühlt man sich ganz wohl. Das Boardsystem verfügt über ein Elektro Navi das die nächstliegenden Ladestationen anzeigt und so die Panik minimiert, dass man ohne Strom auf der Straße liegen bleibt. Ausfahrten über einen Radius von 70-80 km sollte man mit dem Zoe ohnehin nicht unternehmen, wenn man nicht gezielt eine Ladestation anfahren will. Die theoretische Reichweite von 210 km ist wie üblich nicht realistisch. In der Praxis erzielt man eine Reichweite zwischen 130 und 150 km.

 

 

Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h ist ausreichend um auf der Autobahn nicht als Verkehrshindernis eingestuft zu werden. Der Fokus liegt aber klar im innerstädtischen Bereich, wo man aber im allgemeinen keine Garage mit einem Stromanschluss besitzt.

Dies ist auch der größte Nachteil des Zoe und das Problem jeden Elektroautos. Bevor man den Zoe aufladen kann, muss man sich eine Wallbox (=Ladestation) in der Garage installieren. Dieser unterstützt verschiedene Anschlussleistungen (43 kW, 22 kW, 11kW 3,7 kW). Bei einer Leistung von 43 kW kann die Batterie innerhalb von 30 min bis 80% beladen werden. Warum hat man sich bei Renault für die Wallbox entschieden? Die Antwort ist einfach. Normale Steckdosen sind nicht dafür konzipiert, dass sie über mehrere Stunden mit sehr hohen Strommengen belastet werden. Bei einer Spannung von 230 Volt und einer Stromstärke von 16 Ampere lässt sich maximal eine Leistung von 3,6 kW/h abrufen (230V*16A=3680W). Bei einer Akku Größe von 22 kW würde man also knapp 6 Stunden von einer Haushaltssteckdose die volle Leistung abrufen. Wenn man „nur“ die Leistung eines Wasserkochers abruft (also 1,5 – 2 kW/h), dann verlängert sich der Aufladeprozess auf 12 Stunden. Es wird dann dieselbe Leistung benötigt, wie wenn man den Wasserkocher 12 Stunden am Stück Wasser erhitzen lässt. Bei einer Leistung von kW dauert die Ladung des 290 kg schweren Akkus laut Renault zwischen 6 und 9 Stunden.

Für Pendler die von ihrem Eigenheim in die Stadt pendeln müssen und im Umkreis von 10-50 km leben könnte der Zoe eine echte Alternative sein, wenn die Batterie Miete nicht wäre, welche sich bei einer Laufleistung von 20.000 km/h mit 102 Euro/Monat unangenehm bemerkbar macht. Dazu kommen nochmal 60 Euro an Stromkosten, wenn man pro Monat 2000 km zurücklegt. In Summe also 162 Euro pro Monat. Dies entspricht einer Entfernung von 40-50 km vom Wohnort bis zu Arbeitsplatz pro Strecke. Für einen Kleinwagen der in etwa 5 Liter/100 km schluckt wären bei einem Dieselpreis von 1,4 Euro pro Liter nur 140 Euro fällig.

Der billigste Vertrag ist mit einer Kilometerleistung von 0 - 12.500 und einer Bindefrist von 3 Jahren zu haben. Das macht 79 Euro pro Monat oder 948 Euro pro Jahr für die Batteriemiete. Danach wird es deutlich teurer wie die Preistabelle von Renault zeigt:

 
  12.500 km 15.000 km 17.500 km 20.000 km 22.500 km 25.000 km 27.500
km
30.000 km 32.500 km 35.000 km 37.500 km 40.000 km

Miete/Jahr bei
1 Jahresvertrag

1188 1272 1368 1464 1584 1704 1824 1944 2064 2184 2304 2424
Miete/Jahr bei
2 Jahresvertrag

1068 1152 1248 1344 1464 1584 1704 1824 1944 2064 2184 2304
Miete/Jahr bei
3 Jahresvertrag

948 1032 1128 1224 1344 1464 1584 1704 1824 1944 2064 2184


Bei den Fahrkosten - im Vergleich zu einem Peugeot 308 Diesel - sieht es ebenfalls nicht rosig aus. Unter einer Kilometerleistung von 12.500 km ist der Zoe deutlich teurer, wenn man 0,2 Euro pro kWh und einem Dieselpreis von 1,40 Euro ausgeht. Aber auch über 12.500 km kann der Zoe ein Fahrzeug mit einem Durchschnittsverbrauch von 5 Liter pro 100 km nicht schlagen. Die Linien zeigen die Fahrkosten/Jahr des Peugeots 308, die Säulen die Kosten/Jahr des Zoe. Inkludiert sind die Energiekosten (Strom/Diesel) und die Steuern (Österreich/Deutschland):

kostenvergleich

Gesamtkosten:
Bei einem Renault 308 werden pro Jahr üblicherweise ca. 400 Euro an Wartungskosten fällig. Rechnet man diese Kosten hinzu (unter der Annahme, dass beim Zoe deutlich weniger Wartungskosten anfallen), die bei einem Verbrennungsmotor zusätzlich anfallen (zB Ölwechsel, Verschleißteile,...), dann ergibt sich ab einer jährlichen KM Leistung von 12.500 km ein ausgeglichenes Bild.

zoe peugeot308 Vergleich

Allerdings ist zu beachten, dass Elektroautos für die nächsten 10 Jahre von der KFZ Steuer befreit sind. Da die Steuer einen wesentlichen Anteil der Gesamtkosten verursacht (in Österreich bei einer Motorisierung von 68 PS ca. 500 Euro und in Deutschland knapp 150 Euro) ändert sich das gezeichnete Bild massiv. Dies trifft vor allem auf Österreich zu, wo die KFZ Steuer für Verbrennugnsmotoren mit 03/2014 schmerzhaft erhöht wurde.

zoe peugeot308 steuer


Fazit:
Es macht Spass mit dem Zoe zu fahren. Ob sich ein Zoe lohnt oder nicht hängt davon ab wo man wohnt und wie viel Km man pro Jahr fährt. In Deutschland rechnet sich der Zoe ab 10.000 km/Jahr. In Österreich ist der Zoe eigentlich immer die bessere Entscheidung. Für Pendler die von ihrem Eigenheim in die Stadt pendeln müssen und im Umkreis von 10-50 km leben ist der Zoe eine echte Alternative. Diese Annahmen gelten beim Abschluss eines 3 Jahres Vertrag. Wird ein Vertrag mit geringerere Laufzeit abgeschlossen, dann hat in Deutschland der Peugeot 308 leichte Vorteile. In Österreich schmilzt der deutliche Vorsprung zum Peugeot 308. Trotzdem hätte der Zoe in Österreich die Nase vorne.


Technische Daten

Preis

Preis Deutschland21.700,00 Euro
Preis Österreich20.780,00 Euro




KFZ Steuern

KFZ Steuern Österreich

In Österreich sind Elektroautos von der KFZ Steuer befreit. Die NOVA entfällt ebenfalls.

KFZ Steuern Deutschland

In Deutschland sind Elekroautos welche zwischen dem 18.5.2011 und 31.12.2015 erstmals zugelassen wurden für 10 Jahre von der KFZ Steuer befreit. Ab dem 1.1.2016 sind Elektroautos bei erstmaliger Zulassung für 5 Jahre von der KFZ Steuer befreit.


Technik

MotorSynchronmotor mit Läuferspule
Höchstgeschwindigkeit 135 km/h
Beschleunigung 0-100km/h13.5 Sekunden
Leistung65 kW / 88 PS
Drehmoment250 Nm
Hubraum0 cm3
CO20 g/km
Gewicht1.468 kg
Länge4.084 mm
Breite1.730 mm
Verbrauch14.6 kWh/100km
Akku22 kW
Reichweite151 km
TreibstoffStrom
Euronorm5
Kommentardie Miete für die Batterie beträgt bei einer Laufleistung bis 12.500 km 79 Euro/Monat und steigt bis 182 Euro/Monat an, wenn man 40.000 km/Jahr zurücklegt




Energieeffizienz

Effizienzklasse: A+Energieeffizienz Klasse A+

Der Wagen befindet sich in der Energieeffizienzklasse A+. Das bedeutet, dass er im Vergleich zu einem Wagen mit 1468kg durchschnittlich weniger als 37% CO2 ausstößt. Für die Berchnung ist nur das Gewicht des Wagens, nicht aber die Leistung (kW/PS) relevant. Dieser Wert sagt nichts über die Wirtschaftlichkeit des Wagens aus.