Seit nunmehr 3 Jahren ist der Santa Fe am Markt und hat seitdem viele Freunde gefunden. Nur an einem gerade in unseren Breiten so geschätzten kräftigen Selbstzünder mangelte es bisher. Dies wurde nun gründlich geändert.

Erkennbar ist das längst fällige technische Update am Schriftzug CRDi an der Heckklappe. Dieser verkündet dem Wissenden dass er es nunmehr mit einem Modell zu tun hat, dass von einem neuen Triebwerk befeuert wird. Es handelt sich um den lange ersehnten Diesel mit Common Rail-Technik. Doch damit nicht genug: um auch in der Zukunft gegen die Aufrüstung im Selbstzünder-Segment gewappnet zu sein spendierten die Techniker dem Vierzylinder einen neuen Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie. Der Clou an der Sache ist , dass je nach Drehzahl und Gaspedalstellung die Stellung der Schaufeln verändert wird. Dies bedeutet mehr und vor allem gleichmäßiges Drehmoment über einen weiteren Drehzahlbereich. Das Ergebnis ist für Kenner des „alten“ Santa Fe wahrlich verblüffend. Der nominell mit 125 PS angegebene Motor verhilft dem immerhin über 1,7 Tonnen schweren Gefährt zu erstaunlichen Fahrleistungen. Schon ab Standgas ist verwertbare Kraft vorhanden, auch die Drehfreudigkeit hat erfreulich zugenommen. Dabei bleibt die Geräuschkulisse jederzeit angenehm ruhig, auch bei Geschwindigkeiten weit jenseits der vom Gesetzgeber verordneten Grenzen ist das charakteristische „Nageln“ kaum zu vernehmen. Das Fünfganggetriebe passt wunderbar zur neuen Motorcharakteristik, auch wenn der letzte Gang vor allem bei Autobahnfahrten etwas länger und damit drehzahlschonender ausgelegt sein könnte.

Um das Fahren sowohl auf befestigten Wegen als auch jenseits der ausgetretenen Pfade etwas bequemer zu gestalten, setzen die Ingenieure aus Korea nun auf eine fortschrittliche Antriebstechnik. Mit diesem „Torque on Demand“ genannten System wird die Antriebskraft, die normalerweise zu 100% auf die Vorderräder wirkt, je nach Straßenverhältnissen und Schlupf stufenlos an die Hinterräder verteilt im Extremfall bis zu einem Verhältnis 50:50. Der Fahrer merkt von alledem nichts, außer dass es auch im Unbefestigten flott weitergeht. Differentialsperre oder Reduktionsgetriebe besitzt der Santa Fe nicht. extreme Verhältnisse sind damit nicht seine Sache. Hier gibt es auch im eigenen Hause Spezialisten, wer vornehmlich im Dreck wühlt, sollte sich einmal den Terracan näher ansehen . Diese allerdings fahren sich auf Asphalt kaum so angenehm wie der kleine Hyundai, der sowohl vom Fahrverhalten wie auch dem Komfort einem „normalen“ PKW in nichts nachsteht. Lange Federwege kombiniert mit einer trotzdem straffen Abstimmung ergeben ein komfortables Fahrgefühl ohne dass sich die Karosse in schnellen Kurven allzu sehr auf die Seite neigt. Ausgezeichnet auch die Bremsen, die auch bei härtester Beanspruchung keinerlei Fadingneigung zeigen. Mit an Bord sind selbstverständlich auch alle elektronischen Helferleins wie ABS und EBD.          

Optisch wirkt der sympathische Koreaner trotz seines Alters immer noch sehr modern und vor allem eigenständig, eine Eigenschaft, die man nicht bei allen SUVs aus Fernost findet. Die bullige, rundliche Front wirkt muskulös massig, auch das Heck mit dem typischen mächtigen Handgriff für die Klappe signalisiert ein kerniges Fahrzeug. Dabei ist der übrigens in Kalifornien gestylte Hyundai trotz seines massigen Auftrittes mit einer Gesamtlänge von etwa viereinhalb Metern kürzer als ein Mittelklasse PKW. Auch bei der Ausstattung kann der Santa Fe durchaus mithalten. Im Elegance sind Klima, Nebelscheinwerfer, elektrisch beheizte und verstellbare Außenspiegel sowie beheiztes Gestühl genauso selbstverständlich wie eine Dachreling eine ferngesteuerte Zentralverriegelung und ein Motorunterschutz, wer etwas mehr Geld ausgibt der bekommt im Top Modell Executive auch noch Leder eine Klimaautomatik und abgedunkelte Seitenscheiben dazu. Wer es wohnlich liebt der sollte zu letzterem Modell greifen, denn der Innenraum wirkt im Gegensatz zum flotten Äußeren etwas trist. Obwohl sehr gut verarbeitet wirken die graue Plastiklandschaft und die ebenso gefärbten Sitzbezüge nicht eben wertig, hier könnten etwas freundlicherer Kunststoffe und die eine oder andere Zierleiste aus Holz oder Alu wahre Wunder wirken. Pragmatiker dagegen finden alles an seinem Platz, genügend Ablagen für das Kleinzeug und erfreuen sich an der Leichtgängigkeit aller Schalter und Hebeln einschließlich Kupplung und Schaltung. Auch die Platzverhältnisse sind für alle Passagiere durchaus ausreichend nur sehr große Fahrer wünschen sich noch eine Raste mehr Verstellmöglichkeit des Sitzes. Sonst allerdings gibt es kaum etwas zu meckern im Gegenteil, in der Preisklasse um die 30 Tausender ist der Santa Fe ein grundehrliches Angebot.

 

Technische Daten Hyundai Santa Fe 2.0 CRDi

Preis: € 28.700 (Elegance)

Motor: Diesel, Common Rail, 4 Zylinder, quer eingebaut, 4 Ventile/Zylinder

Hubraum: 1991 cm3


Bohrung/Hub

max. Leistung: 125 PS/ 92 kW bei 4.000 min-1

max. Drehmoment: 285 Nm. bei 1950- 2600 min-1

Treibstoff: Diesel

Kraftübertragung: Trockenkupplung, manuelles fünfgang Getriebe

Radaufhängung: vorne Einzelradaufhängung mit Mc Pherson Federbeinen und Stabilisator, hinten Doppelquerlenkerachse

Bremsen: innenbelüftete Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten, ABS,


Servolenkung

Felgen: 16 x 6 jj

Bereifung: 225/70-16

Gewicht: 1760 kg

L/B/H: 4500 / 1845 / 1730 mm

Radstand: 2620 mm

Tankinhalt: 65 l

Vmax: 175 km/h