Nach dem Stilo kommt er nun zurück – wir sagen bravo

Fiat BravoMan hat sich mächtig ins Zeug gelegt in Italien, um in der heiß umkämpften Kompaktklasse wieder stärker zu punkten. Und man hat sich besonnen- auf die wahren Werte.

Also heißt er wieder Bravo, wie schon der Vor-Vorgänger, der wesentlich erfolgreicher als sein Nachfolger war. Bei aller Innovation ist man bei Fiat nun schon vor einiger Zeit dahinter gekommen, daß es der Kunde gar nicht gut heißt, wenn man bei einem bekannten Modell einfach alles ändert, sogar den Namen. So wurde auch vor gar nicht so langer Zeit der Panda nicht wie geplant mit einem neuen, sondern unter seinem altbekannten Namen in den Markt eingeführt- und dies mit beträchtlichem Erfolg. Genauso wie beim Kleinen ist auch beim neuen Bravo nicht viel beim Alten geblieben. Dies gilt vor allem für das Erscheinungsbild, auf das nach bester italienischer Tradition besonders viel Wert gelegt wurde. Daher wurden die besten Designer des Konzerns (und dazu gehört bekanntlich auch Ferrari) in die Entwicklung miteinbezogen. Nicht ohne Erfolg, man sieht dem Bravo zweifelsfrei an, daß er hoch hinaus will. Und er geht seinen eigenen Weg. Die Leute erwarten vor allem ein elegantes und vor allem sportlich anmutendes Auto, wenn sie ein Fahrzeug aus Italien erstehen wollen, erläutert uns Fabio Negrino, der bei Fiat für die Kompaktwagen verantwortlich ist. Nicht ohne Stolz wird auch gerne auf den Entwicklungszeitraum von nur 18 Monaten hingewiesen, hier wurden sogar die sonst so schnellen Japaner ausgebremst. Nach dem Erfolg des Grande Punto, der eine Wende einleitete, ist man diesmal sehr selbstsicher von den Qualitäten des Neulings überzeugt. Dies kann man zumindest den ersten Eindrücken nach auch sein.

Das sportlich elegante Äußere setzt sich auch im Innenraum überzeugend fort. Gut angeordnete Instrumente sorgen für eine kurze Eingewöhnungsphase. Die Verarbeitung stimmt ebenfalls, wir sahen keinen Grund zur Beanstandung. Das Gestühl bietet viel Seitenhalt, großgewachsene Piloten würden sich eine etwas tiefere Positionierung wünschen, um mehr Kopffreiheit zu genießen. Auch Kupplung und Getriebe geben sich unauffällig und funktionieren tadellos. Der mit 150 PS derzeit stärkste Benzinmotor zeigt sich auf den wenigen Kilometern von seiner besten Seite. Laufruhig und mit schön linearer Kraftentfaltung gesegnet, verrichtet er seinen Dienst, etwas mehr Bissigkeit im oberen Drehzahlbereich könnte die Sportnaturen unter uns noch begeistern.

Gespannt darf man zumindest hierzulande schon auf die neuen Dieselvarianten sein. Neben dem 150 PS Turbo werden, wie auch bei den Benzinern, noch eine 120 und eine 90 PS Version zum Verkauf angeboten. Besonders gut gefällt das straffe Fahrwerk, es wird dem Eigenlob der Entwickler durchaus gerecht. Kein unwichtiges Detail, schließlich erwarten wir spätestens nächstes Jahr eine Sportversion die den GTI`s dieser Welt das fürchten lehren soll. Wir denken da an Abarth, vielleicht auch an drei Türen und vor allem an deutlich über 200 PS. Auch für einen Nachfolger des etwas unseligen Multipla gibt es schon Denkmodelle, was tatsächlich kommt, darüber schweigt man sich noch beharrlich aus.

Es weht also ein neuer Wind bei Fiat und offensichtlich stimmt die Richtung schon mal. Denn wenn man den Fiat Leuten aufmerksam zuhört, merkt man schnell, daß der Bravo erst der Beginn einer wahren Modelloffensive ist. Man darf also gespannt sein, was die Zukunft noch so alles aus Turin bringt.

 

Bildnachweis: ww.fiatpress.at

  

 

Benziner
1.4 90PS Activ: unter 16.000 €           
120PS: k.A.
150PS: k.A.

Diesel
90PS: unter 19.000 €
120PS: k.A.
150PS: k.A.

 

Bildnachweis: ww.fiatpress.at