Der Wasserstoff getriebene BMW HYDROGEN 7 - WASSER MARSCH

BMW Hydrogene 7Die Zukunft beginnt. BMW baut das erste Auto mit Wasserstoffmotor in Serie - wenn auch in einer Kleinen.

Wasserstoff wird als einer der Antriebenergien der Zukunft angesehen und das schon seit geraumer Zeit. Bereits in den Siebzigern wurde experimentiert, nach dem ersten Erdölschock begann man zu überlegen, wie man wohl im dritten Jahrtausend unterwegs sein wird. Dieses ist nun schon seit einiger Zeit angebrochen und damit auch das Bewußtsein, daß die Erdölvorräte nicht unbegrenzt sind. Der herkömmliche Verbrennungsmotor ist einer der naheliegenden Möglichkeiten zur Nutzung von Wasserstoff als Energieträger. Wasserstoff zeigt ähnliche Merkmale bei der Verbrennung wie Benzin und kann daher prinzipiell unverändert genutzt werden. Prinzipiell bedeutet auch, daß es möglich ist, bivalente Motoren zu bauen, die sowohl Benzin als auch Wasserstoff zu verbrennen in der Lage sind. Genau hier ist BMW schon seit Anfang der Achziger tätig, bereits 1984 wurde ein 745i Turbo mit einem derartigen Motor vorgestellt. Die Forschung wurde bis heute vorangetrieben. Das Ergebnis ist nun eine Serie von 100 Autos, genannt Hydrogen7. Wieder handelt es sich wie auch schon bei diversen Zwischenstufen seither um eine 7er, und das aus gutem Grund. Zum einen wird immer noch viel Platz für die Unterbringung des zusätzlichen Wasserstofftanks benötigt, zum anderen vertritt man bei BMW (wie auch bei Toyota mit Lexus auch) die Ansicht, daß gerade bei Oberklassefahrzeugen diese neue Technologie am Besten zu präsentieren sei. Bei BMW betont man, daß diese Kleinserie nicht das Ergebnis einer Studie, sondern eben der Beginn einer industriellen Fertigung ist. Dies bedeutet, daß der Hydrogen7 auf dem serienmäßigen 760 basiert und auch in den normalen Fertigungszyklus dieses Modells „eingeschliffen wurde“. Geändert wurde die Karosserie mittels Versteifungen mit kohlefaserversteiftem Kunststoff. Dazu wurde das Fahrwerk dem erhöhtem Gewicht angepaßt. Bei der Entwicklung durchlief das Auto die BMW eigenen Stationen, die zur Serienreife führen. Spezielle Crashtrests und optimierte Sicherheits- Checks sowohl bei der Entwicklung als auch beim Betrieb wurden eingeführt. Viel Aufwand, doch man will damit nicht nur zeigen, wie weit man schon ist, sondern auch bereit sein für eine sicher kommende Massenfertigung.

Daß man dies schon weitgehend erreicht hat, merkt auch der Unbedarfte auf den ersten Metern. Der Hydrogen fährt sich wie ein ganz normaler 760, mit sanft säuselndem Zwölfzylinder und einer leichten aber nachdrücklichen Art der Fortbewegung, den nur ein V 12 bieten kann. Allerdings müssen Leistungsfetischisten etwas zurückstecken. Um das bivalent Prinzip so weit wie möglich zu perfektionieren, wurde die Leistung von über 400 auf 260 PS zurückgenommen. Allerdings ist damit die Abstimmung ausgezeichnet gelungen. Es ist völlig unerheblich, ob man mit Benzin oder Wasserstoff unterwegs ist, nur das Display verrät die momentane Art der Kraftstoffzufuhr. Lediglich bei hartem Umgang mit dem Gaspedal ist im Wasserstoffbetrieb ein dezentes Schnarren zu vernehmen. Allerdings ist dies auch ein Verdienst der ausgezeichneten Geräuschdämmung, denn bei geöffneter Motorhaube ist die höhere Lärmentwicklung wesentlich deutlicher zu vernehmen. Laut BMW hat dies keinen Einfluß auf die Lebensdauer.

Abgesehen davon fährt man ganz normal und ziemlich luxuriös Oberklasse-BMW. Daß sich hinter den Rücksitzen der Tank für den in flüssiger Form gespeicherten Wasserstoff befindet, merkt man kaum. In flüssiger Form läßt sich die normalerweise gasförmige Energie nur bei Minus 253 Grad speichern, der 11 Liter Tank reicht für immerhin mehr als 200 Kilometer. Weitere 500 Kilometer sind im Benzinmodus zurücklegbar, so daß auch Fernreisen kein Hindernis darstellen. Gepäcksraum ist genügend vorhanden, denn mit Bedacht wählte man für den Hydrogen die Langversion. Die schlechte Nachricht kommt zum Schluß- Zu kaufen gibt’s den Hydrogen7 derzeit nicht für Geld und gute Worte, BMW will mit dieses Auto sogenannten Multiplikatoren also Meinungsbildnern zur Verfügung stellen. Es macht derzeit auch keinen Sinn denn mit einer Wasserstoff-Tankstelle ist das netz auch noch ziemlich dünn......      

  

Technische Daten Autos klein

Preis: unverkäuflich

Sicherheit: Airbag für Fahrer und Beifahrer (mit Beifahrer-Airbag-Deaktivierung), Kopfairbagsystem (für Front- und Fondpassagiere), Seitenairbags vorn und hinten, Kopfstützen (2Stück) vorn mit sicherheitsoptimiert mit kopfstützenintegrierter Entriegelungstaste, Kopfstützen (3Stück) hinten die Mittlere abgesenkt, 5 Dreipunkt-Automatic-Sicherheitsgurte vorne mit Höheneinstellung und Gurtstraffer,

Verbrauch/Drittelmix*: Benzin: 13,9 l, H2 3,6 (benzinäquivalent 13,3 Liter)

Beschleunigung 0-100 km/h*: 9,5 sec.,

Vmax: 230 km/h (abgeregelt),

Motor: V 12, Leichtmetall-Zylinderkopf und- block, 4Ventile/Zylinder, mit direkter Einspritzung, (H2 und Benzin)

Hubraum: 5.972 cm3,

max. Leistung: 260 PS/191 kW bei 5.100/min-1,

max. Drehmoment: 390 Nm bei 4.300/min-1,

Verdichtung: 9,5:1,

Treibstoff: Wasserstoff, ROZ 98

Kraftübertragung: 6-Gang-Automatik, heck

Radaufhängung: Doppelgelenk- Federbeinachse mit Zugstrebe und Querlenker, h-verstärkte Integral Vierlenkerachse, v/h-Stabilisator, Schraubenfedern, Teleskopdämpfer,

Bremsen: Scheiben, v-innenbelüftet, Ø348 mm, h-innenbelüftet Ø 345 mm, ABS, ESP, EDS,

Bereifung: 245/50 R 18,

Gewicht: 2.460 kg,

L/B/H: 5.179/1.902/1.489 mm,

Radstand: 1.578 mm,

Tankinhalt: Benzin: 74 l, H2: 14,9 kg

* Werksangaben