AxiamDer EU- Beitritt hat uns mit den Micro Cars eine neue Sparte in der KFZ Branche beschert, die sozusagen den Link zwischen Moped und Auto bildet. Neben 50ccm Motoren mit Fremdzündung dürfen nun auch Fahrzeuge mit Motoren mit 400ccm und Eigenzündung sprich Diesel ohne Führerschein im eigentlichen Sinn bewegt werden.

Das bedeutet, daß ab dem 16. Lebensjahr mit Mopedausweis und ab dem 24. Lebensjahr ohne einen Berechtigungsnachweis eine zweispuriges Fahrzeug gefahren werden darf. Gerade im ländlichen Gebiet und bei älteren Leuten tat sich hier eine Marktlücke auf. Mittlerweile tummeln sich eine Vielzahl von Marken am Markt, doch der Platzhirsch ist ein wiener Traditionsunternehmen, das die Zeichen der Zeit recht früh erkannt und genützt hat. Die Firma Faber, seit immerhin 53 Jahren im Geschäft, hat mit dem Import der Fahrzeuge des französischen Unternehmens AIXAM offensichtlich den richtigen Griff getan.

Mit einem Absatz von etwa 400 Fahrzeugen hat man 1998 gerechnet, es wurden satte 2.000 Stück verkauft, das war der Beginn einer neuen Ära im Hause Faber, das auch heute noch mit Piaggio im Motorrad- Großhandel in Österreich zu den etablierten Zweirad-Firmen gehört. Auch wenn sich der Absatz der kleinen Fahrzeuge mittlerweile auf etwa 1.600 bis 1.700 Einheiten im Jahr eingependelt hat, mit über 50% Marktanteil ist die französische Marke immer noch ganz gut im Rennen. Einer der Gründe mag wohl ein relativ dichtes Netz mit immerhin 70 Händlern sein. Dabei haben sich nur Motorrad-Betriebe auf die „Kleinen“ eingestellt, sondern auch echte Auto- Händler sind nicht unglücklich über das willkommene Zubrot. Vor allem im ländlichen Gebiet und bei älteren Leuten sind die kleinen Autos mit dem Dieselmotor und der stufenlosen Variomatic gefragt, der Preis spielt oft nur eine untergeordnete Rolle. Wie bei den wirklichen Autos ist Ausstattung gefragt, und so wird die Standardversion kaum gekauft, auch AIXAM Käufer lieben kleine Annehmlichkeiten wie Zentralverriegelung mit Fernsteuerung, Holz-Applikationen am Armaturenbrett, Leichtmetallfelgen, Schiebedach und elektrisch zu betätigende Fensterheber. Dazu kommt noch eine aufwendige Rahmenbauweise unter großzügiger Verwendung von Aluminium, die schon das Mindestgewicht von 350 kg diktiert. Nebenbei erfüllt der Aixam (wie auch die meisten seiner Konkurrenten) die aufwendigsten Chrash- Tests. AIXAM kann hier auf eine 25 jährige Erfahrung zurückgreifen, zudem werden im französischen Werk auch „richtige“ Autos und sogar Rennwagen entwickelt und gebaut. So wurden Fahrzeuge der Marke auch schon erfolgreich bei der berühmten Rallye Paris-Dakar eingesetzt, auch bei in Frankreich populären Eisrennen mischt man mit. Bei all dem Aufwand ist es auch kein Wunder, wenn die Preise der Micro-Cars sich in Regionen von gut ausgestatteten Kleinwagen bewegen. Doch das ist den Besitzern offensichtlich egal, Hauptsache es geht ohne Führerschein. Der naheliegende Schlußfolgerung, daß diese Art von Fahrzeugen nur ein Mittel zum Zweck wären, weil man eben nicht (oder gerade nicht) im Besitz des rosa Scheines ist, widerspricht wiederum der Kult, der um die kleinen Autos betrieben wird. Gerade die AIXAM Eigner sind dabei recht rührig bei der Sache, eine straff organisierte Klublandschaft mit alljährlicher Weihe in Mariazell spricht eine deutliche Sprache. Wohl keine andere Marke auf diesem Sektor kann auf eine ähnliche Fangemeinde zählen, wohl kein anderer Importeur hat allerdings bisher diese Aufbauarbeit geleistet, von der auch die Konkurrenz profitiert.